Verlaufsforschung
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Die Verlaufsforschung beschäftigt sich mit dem Verlauf psychischer Krankheiten bei einzelnen Patienten und Krankheiten. Meistens wird der lebenslange Verlauf gemeint. Wichtig ist jedoch auch der Verlauf einzelner Phasen.
"Erfinder" der Verlaufsforschung: Pinel oder Kraepelin?
Sehr bekannt war die Einteilung:
Schizophrenie verläuft in Schüben, ständig schlechter, unheilbare Endzustände.
Affektive Psychosen (MDI) verläuft in Phasen, zwischen den Phasen "völlig normal", keine Endzustände.
Von 1970 bis 2000 wurde der Verlauf der Schizophrenie optimistischer gesehen (1/3 schlecht, 1/3 gut, 1/3 mittel). Anfang der 2000er Jahre wird wieder der chronische Verlauf (mit starken depressiven Anteilen) als häufigste Form angesehen.
Während früher in fast jeder Krankengeschichte am Ende die Prognose stand, wird heute eine Festlegung gerne vermieden.
Durch die verschiedenen Therapien und raschen gesellschaftlichen Veränderungen ist heute der "natürliche" Verlauf der Krankheiten (wenn es ihn gibt) nur noch schwer zu erkennen.
Es wird zu wenig beachtet von was man den langfristigen Verlauf beobachtet. Nach welchem Zeitraum ist man sich sicher eine Schizophrenie vorliegen zu haben??
Es ist auch eine Frage der Definition. Wenn man sagt, daß die Schizophrenie eine chronische Krankheit ist, müssen 100% der Verläufe chronisch sein.
Häufig wird nicht sauber unterschieden zwischen chronisch und Rückfällen mit Remission.
Anything goes??
[bearbeiten] Literatur
Ciompi, L., Müller, C.: Lebensweg und Alter der Schizophrenen. Berlin 1976
